25 Jahre nach 9/11 in New York (Foto: Canva)
Am Morgen des 11. September 2001 verübten Terroristen des Netzwerks al-Qaida – einer Organisation, die weltweit für schwerste Gewalt, Terror und Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist – die folgenschwersten Anschläge der jüngeren Geschichte. Vier entführte Passagierflugzeuge trafen das World Trade Center, das Pentagon und ein Feld in Pennsylvania. Fast 3.000 Menschen starben, zehntausende wurden verletzt, Hunderttausende traumatisiert. Die Bilder der einstürzenden Türme prägten eine ganze Generation.
Der Tag gehört zu denen, an die man sich erinnert, genau weiß, was man an diesem Tag getan hat. Dr Newsmark-Chefredakteur Jörg Wachsmuth erinnert sich, er war damals für den Hörfunksender Jam FM in Berlin tätig, moderierte die Morning-Show „Sunrise“. Während der Sendung war alles normal, ich glaube ab 10 Uhr kamen erste Meldungen, ein Flugzeug wäre in das World Trade Center in New York geflogen, erinnert er sich. Damals dachte er an ein Kleinflugzeug. „an dem Tag war ich früh zu Hause, wir hatten nur eine kurze Redaktionssitzung, meine damalige Freundin wartete auf mich,“ so Wachsmuth, „ich schaute erst im Internet, dann Fernsehen, immer wieder die Bilder von den vollbesetzten Boeings die in das World Trade Center und das Pentagon flogen.“ – Der Programmdirektor rief ihn an, er hatte Angst, der Dritte Weltkrieg würde nun ausbrechen, so weit kam es zum Glück nicht. Die Bilder waren unglaublich, die Meldungen häuften sich, die riesigen Türme stürzten ein. Wolkenkratzer, die zu Boden fielen. „irgendwann mussten wir shoppen, wir fuhren zu Ikea, kauften Bettwäsche und räumten das Schlafzimmer um, wir mussten etwas tun.“ Der Sender beschloss „Programm so Normal wie möglich“, das fühlte sich aber auch nicht richtig an, erinnert sich Wachsmuth, die welt hatte sich an diesem Tag verändert.
Die Opfer – und die gesundheitlichen Spätfolgen
Unter den Toten waren Büroangestellte, Feuerwehrleute, Polizist*innen und Rettungskräfte, die versuchten, Menschen aus den brennenden Türmen zu retten. Für viele Überlebende begann nach dem Anschlag ein zweites Kapitel des Leidens: Der toxische Staub aus Beton, Glas, Asbest, Schwermetallen und verbranntem Kunststoff legte sich über Lower Manhattan.
Das World Trade Center Health Program betreut heute über 80.000 Betroffene, die an chronischen Atemwegserkrankungen, Krebsarten, PTSD und Herz-Kreislauf-Problemen leiden. Die gesundheitlichen Folgen von 9/11 sind damit längst zu einer eigenen, tragischen Langzeitkrise geworden.
Der wirtschaftliche Schaden – ein globaler Schock
Die Federal Reserve Bank of New York bezifferte die direkten Schäden – zerstörte Infrastruktur, Gebäudeschäden, Einkommensverluste – auf 33 bis 36 Milliarden Dollar. Fast 30 Millionen Quadratmeter Bürofläche wurden beschädigt oder zerstört. Die Luftfahrtindustrie verlor in den Monaten nach 9/11 über 20 Milliarden Dollar, der weltweite Tourismus brach ein, Finanzmärkte reagierten mit historischen Ausschlägen.
Doch der eigentliche ökonomische Einschnitt lag im sicherheitspolitischen Kurswechsel der USA: Der „War on Terror“, neue Geheimdienststrukturen, weltweite Sicherheitsmaßnahmen und die Kriege in Afghanistan und Irak verursachten Kosten von über 1 bis 2 Billionen Dollar, in erweiterten Berechnungen sogar bis zu 8 Billionen Dollar. Diese Ausgaben prägen US-Haushalt, Schuldenstand und geopolitische Prioritäten bis heute.
Globale Folgen – eine neue wirtschaftliche Architektur
9/11 veränderte die Weltwirtschaft strukturell:
- strengere Sicherheitsstandards im Luftverkehr
- neue Versicherungsmodelle
- veränderte Lieferketten
- dauerhaft erhöhte Sicherheitskosten für Unternehmen und Staaten
Der Anschlag war damit nicht nur ein Angriff auf Menschenleben und Freiheit, sondern auch ein ökonomischer Wendepunkt, der die globale Wirtschaftsordnung neu formte.
25 Jahre später bleibt 9/11 ein Tag, der Leben zerstörte, Gesundheit ruinierte und die wirtschaftliche Architektur der Welt dauerhaft veränderte.
