Mondfrau (Foto: C. Grosse)
Mit einem exklusiven Empfang feierte die „Stiftung Planetarium Berlin“ am 15. Juni 2026 ihr zehnjähriges Bestehen. Vor geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stand die zentrale Rolle der Stiftung im Berliner Bildungs- und Kulturangebot im Mittelpunkt. Zu den namhaften Ehrengästen des Abends gehörten der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch, der ehemalige Regierende Bürgermeister Michael Müller, der frühere Kulturstaatssekretär Tim Renner sowie Rabea Rogge, die erste deutsche Astronautin im All.
Eine Erfolgsgeschichte mit Auszeichnungen
Die Stiftung Planetarium Berlin schreibt eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Seit ihrer Gründung begeisterte sie bereits über 3,5 Millionen Menschen für Astronomie und Wissenschaft, allein in 2025 kamen 430.000 Gäste in das Planetarium. Das Zeiss-Großplanetarium sicherte sich dabei den vierten Besucherrekord in Folge und machte es damit zum meistbesuchten Planetarium Deutschlands. Einen historischen Meilenstein legte die Archenhold-Sternwarte hin. Mit 50.880 Gästen, ein Plus von 35 % zu 2024, feierte sie ihr besuchsstärkstes Jahr seit 1988.
Neben dem Publikumsansturm gab es 2025 auch offizielle Anerkennung: Das Zeiss-Großplanetarium – das seit 1987 insgesamt 5,6 Millionen Menschen mit Wissenschaft, Kultur und Fulldome-Shows faszinierte – wurde unter Denkmalschutz gestellt. Zudem erhielt das dortige Kino für sein herausragendes Dokumentarfilmangebot erstmals den Kinoprogrammpreis der Bundesregierung (BKM).
Ein echtes Highlight war das 110-jährige Einstein-Jubiläum am 11. Juni: Unter dem Motto »Alles ist relativ« wurde Albert Einsteins erster öffentlicher Vortrag zur Allgemeinen Relativitätstheorie am historischen Ort gewürdigt. Auch die benachbarte Wilhelm-Foerster-Sternwarte freute sich 2025 über steigende Gästezahlen. Das Planetarium am Insulaner bleibt derweil seit Sommer 2023, wegen des Umbaus zu einem modernen Bildungszentrum, geschlossen.

Astronomie im Aufwind: Berlin begeistert Kinder und Jugendliche für den Kosmos
Die Faszination für das Weltall wächst in Berlin kontinuierlich, insbesondere bei der jüngeren Generation. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das mobile Wissenschaftstheater INTENSE: Es erreichte direkt vor Ort an Kitas, Grund- und Oberschulen über 2.010 Schülerinnen und Schüler, um Begeisterung für astronomische Themen zu wecken.
Zudem wurde mit der Eröffnung des Jugendforschungszentrums Helleum II ein neuer außerschulischer Lernort geschaffen. Dieser stärkt gezielt junge MINT-Talente (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und baut die astronomische Nachwuchsförderung in der Hauptstadt weiter aus.
Großer Erfolg für digitale Bildungsangebote
Das ausgeprägte Interesse an astronomischen Inhalten spiegelt sich auch im digitalen Bereich wider. Die Podcasts der Stiftung Planetarium Berlin verzeichneten im Jahr 2025 mehr als 1,8 Millionen Streams. Zu den erfolgreichsten Formaten gehört das Audio-Angebot „Einschlafen mit Weltall“, das aufgrund der hohen Nachfrage im Januar 2026 bereits in die dritte Staffel startete. Ergänzt wird das digitale Portfolio durch den Podcast „Cosmorama“, der tiefergehende Einblicke in den Kosmos bietet, sowie das speziell auf Kinder ausgerichtete Format „Abgespaced – Weltraumschlau in 15 Minuten“.
Publikumsmagnete im Wissenschaftstheater
Ein zentraler Höhepunkt des Veranstaltungsjahres war die zweite bundesweite Lange Nacht der Astronomie am 13. September. Große Aufmerksamkeit generierten zudem die Premierenabende der Stiftung Planetarium Berlin. Allen voran verzeichnet die hauseigene Fulldome-Produktion „Major Tom: völlig losgelöst“ – untermalt mit der Musik von Peter Schilling – regelmäßig ausverkaufte Vorstellungen.
Das analoge Bildungsangebot wurde im Bereich des Wissenschaftstheaters ebenfalls erweitert: Während das Programm „Die große Abenteuerreise durchs Sonnensystem“ speziell auf jüngere Kinder zugeschnitten ist, richtet sich die international beachtete Produktion „Galaktische Begegnungen – Eine Reise durch die Milchstraße“ an ein älteres Publikum.

Ein neues Dach für die Berliner Astronomie – eine kurze Geschichte
Die Stiftung Planetarium Berlin vereint die astronomischen Einrichtungen der Hauptstadt. Während die Archenbold- und die Wilhelm-Foerster-Sternwarte zu den traditionsreichsten Volkssternwarten Deutschlands zählen, bieten das Planetarium am Insulaner und das Zeiss-Großplanetarium als modernste Wissenschaftstheater Europas innovative Einblicke in die Forschung. Das Ziel der Stiftung: das historische Erbe der Astronomie in Berlin zu bewahren und Gästen einen interaktiven Zugang zum Weltall zu ermöglichen.
Gegründet wurde die Stiftung des öffentlichen Rechts am 1. Juli 2016 durch ein Gesetz des Berliner Abgeordnetenhauses. Ziel dieser Senatsreform war es, die historisch gewachsenen, aber bis dahin getrennten Einrichtungen der ehemals geteilten Stadt unter einem administrativen Dach zu bündeln und Synergien effizient zu nutzen.
Die Zusammenführung betraf vier Institutionen: Das Zeiss-Großplanetarium (Prenzlauer Berg) und die Archenbold-Sternwarte (Treptow) wurden aus der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin ausgegliedert. Zeitgleich ging der Betrieb des Planetariums am Insulaner, sowie der Wilhelm-Foerster-Sternwarte (Schöneberg), vom ehrenamtlichen Trägerverein in die neue Landesstiftung über. Zum Gründungsdirektor und Vorstand wurde der Astronom und Multimedia-Produzent Tim Florian Horn berufen.

Die historischen Initiatoren der Standorte
Die Stiftung Planetarium Berlin bewahrt das Erbe von vier Berliner Pionieren. Den Grundstein im Osten legte Friedrich Simon Archenhold, der 1896 für die Gewerbeausstellung das bis heute längste Linsenfernrohr der Erde realisierte und die Archenhold-Sternwarte in Treptow zur weltweit führenden Volkssternwarte ausbaute. Im West-Berlin der Nachkriegszeit boten Hans Rechlin und Hans Mühle zunächst Himmelsbeobachtungen in den Stadttrümmern an. Aus ihrem 1947 gegründeten Institut ging die Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Schöneberg hervor, die 1963 die Sternwarte und 1965 das Planetarium am Insulaner errichtete. Zur selben Zeit trieb Prof. Dr. Dieter B. Herrmann im Ostteil der Stadt den Bau eines modernen Großplanetariums voran. Er legte 1985 den Grundstein für das Zeiss-Großplanetarium an der Prenzlauer Allee, das 1987 als eines der modernsten Wissenschaftstheater Europas eröffnete.

Ausblick und Stimmen zum Jubiläum
„Wir blicken mit großer Freude auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück: Mit unseren vielfältigen Angeboten in unseren Einrichtungen sowie den Podcasts zu Astronomie, Wissenschaft und Kultur konnten wir ein Millionenpublikum erreichen“, so Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Die Stiftung Planetarium Berlin verbindet seit einem Jahrzehnt die Berliner Planetarien und Sternwarten mit einem modernen Erfolgs- und Bildungskonzept. Sie ist eine feste Institution im Berliner Bildungs- und Kulturangebot – und vermittelt kreativ und spielerisch Wissen über unser Universum“.

„Seit zehn Jahren begeistert die Stiftung Planetarium Berlin Menschen jeden Alters für Wissenschaft und den Blick ins Universum. Mit ihren Angeboten schafft sie Zugänge zu den MINT-Fächern, weckt Neugier und macht komplexe Zusammenhänge auf eindrucksvolle Weise erlebbar. Eine echte Erfolgsgeschichte ›Made in Berlin‹!“, so Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie und Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Planetarium Berlin.
Rabea Rogge ergänzte in ihrer Keynote: „Planetarien sind für mich schon immer Orte der Begeisterung gewesen. Der Blick zu den Sternen und der Blick auf die Erde lösen für mich ein ähnliches Gefühl aus: Ehrfurcht und Wunder. Ich finde diesen Blick immer wieder gern in unseren Berliner Planetarien und wünsche das geteilte Staunen allen Besuchern!“
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie möchte die Mission des Planetariums auf alle Wissenschaften ausweiten. Daher ist im aktuellen Koalitionsvertrag das Projekt „Space Science Center“ verankert. Geplant ist ein immersiver Erweiterungsbau am Zeiss-Großplanetarium, der wissenschaftliche Daten an Decken, Wänden und Böden projiziert – als Weiterentwicklung der erfolgreichen Fulldome-Technologie. In der Vorplanung werden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz verschiedene Szenarien geprüft, darunter ein ober- oder unterirdischer Anbau. Die genaue Größe steht noch nicht fest; der Park soll flächenmäßig geschont werden. Konkrete Zeit- und Kostenpläne gibt es aufgrund des frühen Planungsstadiums noch nicht.
Unter dem Motto »Kurz mal Kosmos« lädt die Stiftung Planetarium Berlin am 4. Juli ab 13 Uhr zu einem vielfältigen Programm aus Kurzprogrammen und Himmelsbeobachtungen: Im Zeiss-Großplanetarium stehen Reisen zum Berliner Sternenhimmel und ins Universum sowie ein Best-of der Musikreihe „Cosmic Music“ auf dem Programm. Weitere Veranstaltungen können auf der Internetseite: https://www.planetarium.berlin/veranstaltungen eingesehen werden.
