Bundespressekonferenz Prof. Dr. Wolfgang Ischinger (Foto: C. Grosse)
Seit 1963 findet jedes Jahr die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) statt. Gegründet wurde sie von Ewald–Heinrich von Kleist als „Internationale Wehrkunde-Begegnung“. Die ursprüngliche Idee war ein Treffen für deutsche Teilnehmer, um sich mit Kollegen aus den USA und anderen NATO-Staaten zu beraten. Nach dem Ende des Kalten Krieges öffnete sich die Konferenz für Teilnehmer aus mittel- und osteuropäischen Ländern sowie Russland. Heute gilt die MSC als das weltweit führende Forum für Debatten zu internationaler Sicherheitspolitik.
Ewald-Heinrich von Kleist (1922–2013) war ein deutscher Offizier und Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Als junger Leutnant war er an den Plänen zur Ermordung Adolf Hitlers beteiligt und überlebte nach der Verhaftung die KZ-Haft. Zeitlebens war er für die transatlantische Partnerschaft und die NATO engagiert, aber auch als Verleger tätig.
Erfolgsrezept
Von 2008 bis 2022 leitete Prof. Ischinger die MSC als Vorsitzender, seit 2022 ist er Präsident des Stiftungsrats. Er prägte die MSC maßgeblich und machte sie zu dem, was sie heute ist: das weltweit führende inoffizielle Forum für außen- und sicherheitspolitische Debatten zur internationalen Sicherheitspolitik und eine zentrale Plattform für Diplomatie, Politik, Militär, Wissenschaft und Wirtschaft.
Prof. Ischinger gilt als einer der profiliertesten deutschen Diplomaten und Sicherheitsexperten. Sein Erfolg basiert auf einer Kombination aus langjähriger diplomatischer Erfahrung, exzellenten Netzwerken und seiner prägenden Rolle bei der MSC. Die Hauptgründe für seinen Erfolg ist seine beeindruckende diplomatische Laufbahn.
Ischinger war von 2001 bis 2006 deutscher Botschafter in den USA und von 2006 bis 2008 in Großbritannien. Diese Positionen verliehen ihm tiefgehende Einblicke in die transatlantischen Beziehungen. Vor seinen Botschafterposten war er Leiter des Planungsstabs und von 1998 bis 2001 Staatssekretär im Auswärtigen Amt.
Ischinger berät Unternehmen, Regierungen und internationale Organisationen. Als Senior Fellow an der Hertie School und Honorarprofessor an der Universität Tübingen verbindet er Theorie und Praxis. Er gilt als Vordenker, der in geopolitischen Krisen, wie z.B. dem Ukraine-Konflikt, frühzeitig Analysen und Lösungsansätze liefert.
Hinzu kommt, dass Ischinger als geschickter Vermittler angesehen wird, der in der Lage ist, kontroverse Positionen zwischen USA, Europa und anderen Akteuren zu moderieren.
Ischingers Erfolg ist das Ergebnis seiner Fähigkeit, diplomatische Erfahrung, akademisches Denken und die Leitung einer führenden internationalen Konferenz zu verbinden, um im geopolitischen Diskurs maßgebliche Impulse zu setzen.
In 2026 ist Wolfgang Ischinger erneut kurzfristig als Vorsitzender der MSC eingesprungen. Er leitete die 62. MSC in einer Zeit, die er selbst als „eine der krisenreichsten seit 16-17 Jahren bezeichnete“ („Under Destruction“). Er nutzte seine Rückkehr, um inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, darunter die erneute Einladung der AfD, was einen bewussten Kurswechsel zu seinem Vorgänger Heusgen darstellte.
In 2026 nahmen an der MSC mehr als 40 Staats- und Regierungschefs, über 65 Außen- und mehr als 30 Verteidigungsminister, aber auch Führungskräfte von mehr als 40 internationalen Organisationen teil, ein Teilnehmerrekord.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Konferenz ein Ort für informelle Diplomatie ist, auf dem keine verbindlichen Beschlüsse gefasst, aber wichtige Impulse für die Weltpolitik gesetzt werden.

