Preisträger beim Handelsimmobilienkongress 2026 - HIK 2026 (Foto: C. Grosse)
Am 24. Und 25. März 2026 fand in Berlin der Handelsimmobilienkongress statt. Der Handelsimmobilienkongress (HIK) ist die führende deutsche Branchenveranstaltung und Impulsgeber für aktuelle Trends und Entwicklungen. Er bringt Entscheider aus Handel, Projektentwicklung, Investitionen und Stadtplanung zusammen. Diskutiert wurde u.a. über die Zukunft von Innenstädten, Handelsimmobilien, nachhaltige Konzepte oder wie die KI Einzug hält und den Wirtschaftszweig beeinflusst.
Der HIK wird vom Handelsverband Deutschland (HDE), EHI Retail Institute, GCSP (German Council of Shopping Places) und ZIA (Zentraler Immobilienausschuss e.V.) organisiert.
Beim Handelsimmobilienkongress 2026 zeigte der Handelsverband Deutschland (HDE), trotz anhaltender internationaler Krisen, eine positive Entwicklung der Handelsimmobilienwirtschaft auf. In seiner Rede bekräftigte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth die Erwartung auf ein reges Investmentjahr 2026 für Handelsimmobilien. Zitat: „Der Investmentmarkt baute 2025 sein Vertrauen in den Einzelhandel weiter aus. Da die Talsohle in diesem Segment bereits nach Corona erreicht wurde, formt sich eine stabile Wachstumskurve“. Die Zahl der Transaktionen stieg signifikant, so dass Handelsimmobilien den zweiten Platz aller Assetklassen belegen. Fachmärkte und Fachmarktzentren haben einen Anteil von fast 50 Prozent und sind das stärkste Segment.
Der Einzelhandel ist weiterhin der Hauptbesuchsgrund von Innenstädten und daher von zentraler Wichtigkeit für den Immobilienmarkt von Städten. „Das Potenzial sehen auch die Investoren. Die Nachfrage bleibt stabil, vor allem durch Objekte aus dem Lebensmittelbereich sowie Innenstadtimmobilien“, sagt Genth.
Neben der Zukunft der Handelsimmobilie ging es im Schwerpunkt um die Bedeutung des Einzelhandels als Attraktivitäts- und Sicherheitsfaktor von Innenstädten.

Innovationen und Strategien für die Zukunft
Der Handel befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Insgesamt zwingt die Digitalisierung und der Online-Handel den traditionellen Einzelhandel zu einer Neupositionierung, die oft in einer Verbindung von stationärem Geschäft und Online-Präsenz (Hybrid-Modell) besteht.
Der Einzelhandel erlebt mit der Digitalisierung einen extremen Strukturwandel. Das Internet hat den Einzelhandel grundlegend revolutioniert und befindet sich in einem andauernden digitalen Wandel. Die zentralen Veränderungen und die damit verbundenen Konsequenzen wurden intensiv auf dem Handelsimmobilienkongress diskutiert. Durch das Wachstum des Online – Handels und E – Commerce ist der Online – Umsatz seit Jahren stark angestiegen. Plattformen wie Amazon dominieren den Markt. Besonders in den Bereichen wie Kleidung, Elektronik, Bücher und Musik hat sich das Konsumentenverhalten drastisch in Richtung zum Internet verschoben.
Dies hat eine extreme Veränderung der Innenstädte zur Folge. Der Online – Boom führt zu einem intensiveren Wettbewerb, der Leerstände in den Innenstädten fördert (Verödung von Innenstädten). Dies hat zur Folge, dass stationäre Händler ihre Angebote oft anpassen müssen, um gegen reine Online – Shops bestehen zu können.

Neues Kundenerlebnis (Omnichannel)
Verbraucher sind besser informiert, können Preise vergleichen und sind rund um die Uhr einkaufsbereit. Kunden erwarten heute ein nahtloses Einkaufserlebnis, das physische Geschäfte und digitale Angebote verbindet. Dazu gehören Services wie Click & Collect, bei dem Produkte online bestellt und im Laden abgeholt werden. Lokale Geschäfte müssen, neben ihrem physischen Schaufenster, auch in der digitalen Welt sichtbar sein, z.B. durch eigene Webshops, Social Media oder lokale Plattformen. Der Einsatz moderner Technologien verändert das Einkaufserlebnis. Künstliche Intelligenz (KI) verändert den Handel durch personalisierte Werbung, verbesserte Bestandsplanung und automatisierte Prozesse, z.B. Chatbots, kassenlose Geschäfte.
Diese drastischen Veränderungen spielen sich in einem stagnierenden Wirtschaftszweig ab, der preisbereinigt seit zwei Jahrzehnten ein Nullwachstum verzeichnet.
Wie man diesen drastischen Veränderungen begegnen kann, vom klassischen Versorger zum starken Impulsgeber für lebendige Städte, neue Kundenerlebnisse und zukunftsfähige Immobilienkonzepte, wurde mit Experten intensiv diskutiert. Der Handelsimmobilienkongress vereinte die wichtigsten Akteure dieser Transformation: Expansionsverantwortliche führender Handelsunternehmen, Projektentwickler, Investoren, Finanzexperten, Betreiber von Einkaufszentren und Vertreter der Stadtentwicklung gaben diesen Themen Raum für einen direkten Austausch. Eine Plattform, auf der Wissen, Strategie und Visionen zusammenkommen und die Zukunft der Handelsimmobilie gestaltet wird.

„Stores of the Year“
Zu den Highlights der Veranstaltung gehörte die Verleihung der „Stores of the Year“ als Auszeichnung für besonders gelungene Neu- oder Wiedereröffnungen im stationären Handel.
Der deutsche Einzelhandel ist nicht nur kreativ, sondern auch innovationsbereit: Das wird nicht zuletzt über die vielfältigen und gelungenen Geschäfte mit einzigartigen Verkaufsräumen und Schaufenstergestaltungen sichtbar. Der Handelsverband Deutschland zeichnet seit 2005 jährlich im Rahmen des Wettbewerbes „Stores of the Year“ Geschäfte aus, die sich durch ihre Gestaltung und ihren Service abheben.
Eine hochkarätig besetzte Jury beurteilt die Geschäfte dabei nach ihrem Innovationsgrad, dem Kundennutzen, ihrem Wertschöpfungspotenzial, dem Erlebniswert, ihrer Leitbildfunktion und möglichen Alleinstellungsmerkmalen.
Die Gewinner in folgenden Kategorien waren:
Kategorie Fashion: & Other Stories / Hamburg
Kategorie Concept Store/Out of Line: Das EPPLI Haus / Stuttgart
Kategorie Home/Living: näh Park / Cham
Kategorie Food: Jupps Bude / REWE Göddecke in Bottrop
Kategorie Beaty & Health: Satisfyer – GESKE / Berlin
Der Handelsimmobilienkongress 2026 zeigte einen optimistischen Branchenwandel: Trotz des immensen Drucks auf den Einzelhandel signalisieren Investoren Vertrauen, besonders in Fachmärkte. Der Fokus liegt auf Revitalisierung, KI-Integration und der Innenstadt als Erlebnisraum. Fazit: Erstklassigkeit statt Mittelmaß und enge Kooperation von Handel und Stadtentwicklung sichern die Zukunft.