
Foto: Außenministerium Tadschikistan
Vom 25. bis 28. Mai 2026 fand in Duschanbe, der Hauptstadt von Tadschikistan, die vierte Hochrangige Internationale Konferenz zur Internationalen Aktionsdekade „Wasser für nachhaltige Entwicklung“ (2018–2028) statt. Die Veranstaltung wurde von der Regierung Tadschikistans in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen organisiert und bildete einen zentralen Bestandteil des sogenannten „Dushanbe Water Process“.
Die Veranstaltung zielte darauf ab, die Internationale Aktionsdekade, sowie das Nachhaltigkeitsziel 6 der Agenda 2030 (Wasser und Sanitärversorgung für alle) zu fördern. Zudem wurden konkrete Beiträge für die Vorbereitung der UN-Wasserkonferenz 2026 und der abschließenden Überprüfung der Aktionsdekade im Jahr 2028 erarbeitet.
Die Konferenz wurde mit einer Eröffnungsrede des Präsidenten von Tadschikistan, Präsident Emomalij Rahmon, eingeleitet. Er bezeichnete das Zusammentreffen als „entscheidenden Moment“, da Wasser inzwischen im Zentrum der globalen Agenda steht und direkt mit Klimawandel, Ernährungssicherheit, Frieden und nachhaltiger Entwicklung verknüpft ist. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, diese Plattform als „Wendepunkt in der Bewältigung der Wasserprobleme“ zu nutzen. Als zentrales Ziel nannte er die gemeinsame Verantwortung, die unschätzbaren Wasserressourcen für die heutigen und kommenden Generationen klug und effektiv zu verwalten.

Von UN bis Zivilgesellschaft: 2.500 Akteure und 110 Nationen vereint
Der Kongress brachte rund 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, darunter etwa 1.100 internationale Delegierte aus 110 Staaten, Vertreter von 75 internationalen und regionalen Organisationen sowie mehr als 170 Nichtregierungsorganisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Vertreten waren zudem hochrangige Regierungsdelegationen, Einrichtungen des Systems der Vereinten Nationen, internationale Finanzinstitutionen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft sowie Jugend- und Frauenorganisationen. Damit bestätigte die Konferenz erneut die internationale Bedeutung des „Dushanbe Water Process“ als zentrale Plattform für den globalen Dialog über Wasserfragen.
Das Programm umfasste Plenarsitzungen, thematische Fachsitzungen, hochrangige Podiumsdiskussionen, Sonderveranstaltungen sowie verschiedene Stakeholder-Foren, darunter ein Jugendforum, ein Frauenforum zu Wasserressourcen, ein Forum des Privatsektors sowie regionale Dialogformate mit besonderem Fokus auf Afrika. Ergänzt wurde die Konferenz durch eine internationale Fachausstellung, auf der moderne Technologien, wissenschaftliche Entwicklungen und innovative Lösungsansätze im Bereich Wasserressourcenmanagement präsentiert wurden.

Wege zur nachhaltigen Wassersicherheit: Globale Strategien und Finanzierung
Im Mittelpunkt der Beratungen stand die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen. Ein zentrales Anliegen war es, den Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung zu verbessern und entsprechende Maßnahmen zu finanzieren. Zudem wurden die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie Innovation und Digitalisierung gefördert. Besondere Aufmerksamkeit galt den komplexen Wechselwirkungen zwischen Wasser, Klimawandel, Energieversorgung und Biodiversität. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den globalen Folgen des Gletscherrückgangs und konkreten Strategien gegen Dürren und Wasserknappheit.
Die Konferenz diente als wichtige Brücke in der globalen Wasserpolitik: Sie verband die Ergebnisse der UN-Wasserkonferenz 2023 in New York mit den Vorbereitungen auf die UN-Wasserkonferenz 2026 und der für 2028 geplanten Abschlussprüfung der Internationalen Aktionsdekade. Im Zentrum des Austauschs standen dabei folgende Schwerpunkte:
- Umsetzung: Die Realisierung der freiwilligen Verpflichtungen aus der Water Action Agenda.
- Finanzierung: Die gezielte Mobilisierung zusätzlicher finanzieller Mittel.
- Innovation: Der verstärkte Einsatz neuer Technologien.
- Kooperation: Die stärkere Einbindung aller relevanten Interessenträger in globale Entscheidungsprozesse.
„Duschanbe-Erklärung“ 2026: Wegweiser für die globale Wasseragenda
Als zentrales Ergebnis der Konferenz wurde am 27. Mai 2026 im Konsens die „Duschanbe-Erklärung“ verabschiedet. In dieser bekräftigten die Teilnehmer ihre Unterstützung für die Ziele der Internationalen Aktionsdekade „Wasser für nachhaltige Entwicklung“ sowie für die beschleunigte Umsetzung des Nachhaltigkeitsziels 6 der Agenda 2030. Zugleich wurde festgestellt, dass die internationale Gemeinschaft bei den derzeitigen Fortschritten nicht auf Kurs liegt, die wasserbezogenen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 vollständig zu erreichen.
Die Erklärung enthält eine Reihe von politischen Leitlinien und Handlungsempfehlungen. Hervorgehoben werden insbesondere die Notwendigkeit verstärkter Investitionen in Wasser- und Sanitärinfrastruktur, die Mobilisierung öffentlicher und privater Finanzierungsquellen, die Förderung technologischer Innovationen und wissenschaftlicher Zusammenarbeit sowie die Verbesserung der Datenerhebung und Überwachungssysteme. Die Teilnehmer sprachen sich ferner für eine intensivere internationale, regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus und betonten die Bedeutung eines integrierten Wasserressourcenmanagements als Grundlage für nachhaltige Entwicklung und Resilienz.

Inklusive Wasserpolitik und starke Partnerschaften: Frauen, Bildung und Innovation im Fokus
In der Erklärung wird besonderes Gewicht auf inklusive Ansätze gelegt. Die Rolle von Frauen, Jugendlichen, lokalen Gemeinschaften, indigenen Gruppen, Wissenschaft und Privatwirtschaft soll bei der Entwicklung und Umsetzung wasserpolitischer Maßnahmen weiter gestärkt werden. Gleichzeitig unterstreicht das Papier, dass Bildung, Kapazitätsaufbau und Innovation wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg der wasserbezogenen Entwicklungsziele sind.
Die Erklärung unterstreicht zudem die enge Verknüpfung zwischen Wasser-, Klima-, Energie- und Umweltpolitik. Sie ruft dazu auf, wasserbezogene Aspekte stärker in internationale Prozesse zu den Themen Klimawandel, Biodiversität, Katastrophenvorsorge und nachhaltige Entwicklung einzubeziehen. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Schutz von Gletschern und der Kryosphäre, der Erhaltung wasserbezogener Ökosysteme sowie der Stärkung von Frühwarnsystemen und klimaresilienten Wasserinfrastrukturen gewidmet.
Darüber hinaus bekräftigten die Teilnehmer ihre Unterstützung für die Vorbereitung der UN-Wasserkonferenzen in den Jahren 2026 und 2028. Sie vereinbarten, die Ergebnisse der aktuellen Konferenz direkt in diese Vorbereitungsprozesse einzubringen. Zudem soll die Umsetzung der freiwilligen Verpflichtungen aus der Water Action Agenda konsequent weiterverfolgt und regelmäßig überprüft werden. Gleichzeitig hoben die Teilnehmenden die Bedeutung der neu geschaffenen Funktion des UN-Sondergesandten für Wasser hervor.
