Kai Wegner (Foto: Newsmark)
Dieser Artikel ist ein alternativer Artikel zu dem in NewsMark 2/25
Berlin hat mit der ersten Berlin Freedom Week 2025 ein neues internationales Forum für Freiheit, Demokratie und wirtschaftliche Vernetzung geschaffen – und die Fortsetzung 2026 ist bereits angekündigt.
.
Vom 8. bis 15. November 2025 verwandelte sich Berlin in ein globales Zentrum für Freiheits- und Demokratiefragen. Anlass war der 36. Jahrestag des Mauerfalls, den der Regierende Bürgermeister Kai Wegner in seiner Eröffnungsrede als „stärkstes Symbol für den Sieg des Freiheitswillens“ bezeichnete. Berlin, historisch geprägt durch Teilung und Wiedervereinigung, wurde bewusst als Ort gewählt: keine andere Stadt steht so sehr für den Bruch mit autoritären Systemen und den Aufbruch in eine offene Gesellschaft.
Wer kam nach Berlin?
Die Woche brachte über 200 Dissidenten aus mehr als 50 autokratisch regierten Staaten zusammen. Unter den Rednern waren prominente Stimmen wie Masih Alinejad (iranische Frauenrechtsaktivistin), Leopoldo López (venezolanischer Oppositionsführer), Garry Kasparov (Schachweltmeister und Putin-Kritiker) sowie die Friedensnobelpreisträgerinnen Oleksandra Matviichuk und Maria Corina Machado. Auch Taiwans ehemalige Präsidentin Tsai Ing-wen sprach über die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Dimension von Demokratie und betonte die Rolle der Halbleiterindustrie für Europas Zukunft.
Neben Politik und Zivilgesellschaft waren Vertreter aus Wirtschaft, Medien und Kultur präsent – rund 800 Gäste allein bei der Berlin Freedom Conference im Gasometer Schöneberg.
.
Themen und wirtschaftlicher Fokus
Die Konferenz verband klassische Freiheitsdebatten mit ökonomischen Fragen: Resilienz von Demokratien gegen autoritäre Einflussnahme, auch durch wirtschaftliche Abhängigkeiten, Digitale Souveränität und die Rolle von Technologieunternehmen für Meinungsfreiheit., Investitionen in Schlüsselindustrien wie Halbleiter, Cybersecurity und nachhaltige Energie – mit konkreten Gesprächen über Kooperationen zwischen Taiwan und Deutschland., Finanzielle Unterstützung durch Stiftungen und Unternehmen wie die Axel Springer Freedom Foundation, LOTTO-Stiftung Berlin, Airbnb, die Berliner Sparkasse und die Jacob Waitz Industrie GmbH.
Damit wurde deutlich: Freiheit ist nicht nur ein politisches, sondern auch ein wirtschaftliches Gut. Wer Demokratie verteidigt, muss auch ökonomische Abhängigkeiten kritisch hinterfragen und neue Allianzen schmieden.
Initiiert wurde die Berlin Freedom Week von Visit Berlin, der Axel Springer Freedom Foundation, dem World Liberty Congress, der Robert-Havemann-Gesellschaft und dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Ziel ist ein jährliches Format, das historische Erinnerung mit aktuellen Herausforderungen verbindet.
Blick nach vorn: 2026
Die Veranstalter haben bereits angekündigt, dass die Berlin Freedom Week künftig jährlich stattfinden soll – jeweils rund um den Jahrestag des Mauerfalls. Damit etabliert sich Berlin als dauerhafter Treffpunkt für Freiheits- und Demokratiefragen mit klarer wirtschaftlicher Dimension.
Die erste Berlin Freedom Week hat gezeigt: Berlin ist nicht nur Erinnerungsort, sondern auch Zukunftslabor für Freiheit und Wirtschaft. Die Verbindung von Dissidenten, Politikern und Unternehmern machte deutlich, dass Demokratie nur dann stark bleibt, wenn sie auch ökonomisch abgesichert ist. | Autor: Bastian Schmidt