
Unterzeichnung einer EIB-Finanzierung mit Dr. Frank Reiners und Nicola Beer sowie einer Juristin (Foto: CG/NM | NewsMark #01)
In diesem Jahr feiert die Zentrale der EIB in Berlin ihr 25 jähriges Jubiläum. Ein besonderer Anlass sie vorzustellen.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen, sie gehört den Mitgliedstaaten. Ausgehend von acht Kernprioritäten werden Investitionen getätigt, die zu den strategischen Zielen der EU beitragen. Gefördert werden Klima, Umwelt, Digitalisierung, technologische Innovation, Sicherheit, Verteidigung, Kohäsion, Landwirtschaft, Bioökonomie, soziale Infrastruktur, Kapitalmarktunion und ein stärkeres Europa in einer stabileren und friedlichen Welt. Die EIB gehört zu den weltweit wichtigsten Geldgebern für den Klimaschutz. Seit ihrer Gründung 1958 hat sie weltweit über eine Billion Euro investiert.
Die EIB-Gruppe, zu der auch der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört, unterzeichnete 2024 knapp 89 Milliarden Euro für mehr als 900 Projekte.Alle finanzierten Projekte entsprechen dem Pariser Klimaabkommen. 60 Prozent fließen direkt in Projekte, die zu Klimaschutz, Klimaanpassung und einer gesünderen Umwelt beitragen.
Eine stärkere Integration der Märkte wird unterstützt. 2024 stieß sie Rekordinvestitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in Energiesicherheit an und mobilisierte 110 Milliarden Wachstumskapital für Start-ups, Scale-ups und europäische Pioniere. Die Hälfte der Finanzierungen innerhalb der EU fließt in Kohäsionsregionen, mit einem Pro-Kopf-Einkommen unter dem EU-Durchschnitt.
„Sicherheit und Verteidigung“ ist ebenfalls dominierend. In diesem Kontext engagiert man sich im Rahmen der „Strategischen Europäischen Sicherheitsinitiative“ (SESI) mit Investitionen in Technologie, kritische Infrastruktur und die europäische Verteidigungsindustrie.
Europas Sicherheit und Verteidigung stärken
Die acht Milliarden Euro schwere Strategische Europäische Sicherheitsinitiative (SESI) wird in ein dauerhaftes übergreifendes Finanzierungsziel eingebettet, das die bisherigen ergänzt. Damit kann die EIB-Gruppe in einer Weise, die ihr Geschäft schützt und ihre Finanzkraft wahrt, auf Bedarf reagieren – für Sicherheits- und Verteidigungs-Projekte aber auch kritische Infrastruktur, Minenräumung und Dekontaminierung.
Die Beschlüsse erleichtern Investitionen in Europas Verteidigung und ergänzen den „Readiness 2030“-Plander Europäischen Kommission. Ziel ist es, die Verteidigungsausgaben der EU-Mitgliedstaaten bis zum Ende des Jahrzehnts auf 3,5% des BIP zu steigern, was einer Mobilisierung von 800 Milliarden Euro entspricht.
Kritische Rohstoffe strategisch sichern
Ein sicherer Zugang zu kritischen Rohstoffen ist Voraussetzung für die grüne und die digitale Transformation, aber auch für die weltweite Wettbewerbsfähigkeit. Das betrifft die Bereiche Sicherheit und Verteidigung sowie Luft- und Raumfahrt.Zur Initiative gehören rund zwei Milliarden Euro an Finanzierungen in diesem Jahr, eine neue Taskforce und ein One-Stop-Shop als zentrale Anlaufstelle. Damit wird eine Pipeline an Finanzierungs- und Beratungsprojekten für kritische Rohstoffe entwickelt.
Kritische Rohstoffe sind nicht überall verfügbar. Die Verarbeitungskapazitäten sind beschränkt. Als Finanzierungsarm der EU wird die gesamte Wertschöpfungskette gestärkt und so die Zukunft gesichert.Von den 34 Rohstoffen, die die Europäische Kommission als kritisch bezeichnet, gelten 17 als strategisch wichtig, wie Lithium, Kupfer und Germanium.
für neue Finanzierungen in den Bereichen Verkehr, Bildung, Energie, Wasser und Unternehmen stellte der Verwaltungsrat 8,9 Milliarden Euro bereit. Dazu gehören große Bahnprojekte in Tschechien, Deutschland, Spanien und Costa Rica, ein Hafenprojekt in Estland, die Modernisierung von Schulen in Frankreich und Portugal, Wasserprojekte in Kenia und Lettland sowie Energieprojekte in Andorra, Deutschland und Spanien.| Autor: Christian Grosse