Unboxing des Labubu (KI-Bild | NewsMark #01)
Ein Freitag im Juli in Berlin. Die ersten schlugen schon um kurz vor Mitternacht ihr Quartier vor dem Eingang Alexanderstraße des Berliner Einkaufscenters Alexa auf. Was hier am 25. Juli 2025 passieren sollte, wurde von Fans mit Ungeduld erwartet. Der erste POP MART Store in Deutschland öffnete seine Türen. Die Schlange der Kaufwütigen reichte einmal um das ganze Center. Ein Team vom rbb schaute auf die Uhr, fast 7 Minuten dauerte es, bis sie vom Eingang des neuen Kult-Ladens das Ende der Schlange erreicht hatten. Was war geschehen?
Die kurze Antwort hieß Labubu. Der Hype ist dabei kein Zufall, sondern das clevere Ergebnis einer Mischung aus Design, Storytelling, Marketing und Popkultur. Und hier ist die Geschichte hinter dem Phänomen, Der Erfinder der Labubus ist Kasing Lung. Lung schuf 2015 eine Kinder-Bilderbuchreihe namens „The Monsters“, in denen die Labubus erstmalig auftauchten. Inspiriert war der in Hongkong geborene, in den Niederlanden aufgewachsene und heute in Belgien lebende Künstler sicher von der Comic-Kultur des Landes, nordischen Mythen und europäischen Märchen. Das Labubu ist eine „Monsterelfe“ mit spitzen Ohren, neun Zähnen und einem frechen Grinsen. Irgendwie „ugly cute“ zwischen niedlich und leicht gruslig.
Das chinesischen Unternehmen Pop Mart übernahm 2019 die Rechte an Labubu und vermarktete die Figur im Rahmen seiner Blind-Box-Sammelspielzeuge. Der Käufer weiß beim Kauf also nicht, welche Figur er erhält, das Überraschungselement erzeugt Spannung und Sammeltrieb, wie wir es schon vom Kinder-Überraschungsei kennen. Dabei gibt es immer wieder limitierte Editionen, wo durch es viele Figuren mit hohem Sammelwert gibt, die selten oder exklusiv sind.
Für den globalen Hype, der im vergangenen Jahr um die Figuren ausgebrochen ist, brauchte Pop Mart aber mehr. Eine tragende Rolle spielten hier Promis, allen voran K-Pop-Star Lisa aus der Gruppe Blackpink, die R&B-Sängerin Rihanna, Rapperin Dua Lipa aber auch der britische Kult-Kicker David Beckham, die mit Labubus gesichtet wurden. In Millionen TikTok-Videos wurden Unboxings, Sammlungen und DIY-Stylings gezeigt. Das Labubu steigerte seine Bekanntheit, Pop Mart nutzte den Moment und expandierte mit einer globalen Expansion, zu der der Store im Alexa gehört. Dabei erzielen Labubu-Figuren längst Rekordpreise. Eine übergroße Version wurde in Peking für rund 150.000 Euro versteigert.
Es ist eine Mischung aus Marketing und Psychologie die geschickt genutzt wird. Die Mischung aus Niedlichkeit und Schrulligkeit spricht emotionale Bedürfnisse an. Das Blind-Box-System funktioniert wie ein Glücksspiel – jedes Öffnen erzeugt Spannung und Belohnung und führt zu einem regelrechten Dopamin-Kick. Und nicht zuletzt reden wir von einem Statussymbol. Das Labubu ist zum modischen Accessoire und Ausdruck von Stil und Zugehörigkeit geworden. Die Preise für die Labubu sind hoch, beim Online-Händler Amazon sind sie oft vergriffen, kein Wunder, das im Land des Originals auch jede Menge Fakes hergestellt werden. Die sogenannten Lafufu.
Auch ein Monat nach der Eröffnung bildet sich eine tägliche Schlange am Store im Alexa, drei geteilt um die anderen Händler zu schützen.
Und im Oktober dürfte sich in Berlin eine weitere Schlange bilden, die ersten um Mitternacht bereits vor der Tür campieren. Dann soll der zweite Pop Mart Store in Berlin eröffnen, diesmal im alt ehrwürdigen Europa-Center. | Autor: Jörg Wachsmuth